KULTUR

Ugandas Kultur besteht aus einem bunten Mosaik aus Musik, Kunst und Handwerk. Über 40 verschiedene Völker, die über 30 Sprachen sprechen,  leben hier friedlich zusammen – einige von ihnen noch immer sehr ursprünglich und ländlich. Die ältesten Volksgruppen des Landes sind die Batwa und die Bambuti Pygmäen.

Zentralregion

Die Zentralregion wird vor allem von dem Bantu sprechenden Volk der Baganda bevölkert. Buganda ist auch heute noch ein Königreich. Staatsoberhaupt ist der König, lokal bekannt unter dem Namen Kabaka. Zurzeit ist Ronald Mutebi II König des Königreichs. Die Baganda sind sehr familienorientiert. Polygamie war hier, soweit die Männer mehrere Frauen versorgen konnten, keine Seltenheit. In dieser Region des Landes war diese Form des Zusammenlebens gegenüber dem restlichen Uganda am verbreitetsten. Traditionelles Essen der Baganda ist noch heute Matooke, also Kochbananen, die geschält, in Bananenblätter gewickelt und gedünstet und anschließend zu einem goldgelben und saftigen Brei zerdrückt werden

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Osten

Auch im östlichen Teil des Landes lebt eine Vielzahl von unterschiedlichen Stämmen, unter ihnen die Bagisu, Basamia/Bagwe, Basoga, Bagwere, Iteso, Japadhola und Sebei. Auch in diesem Teil des Landes gibt es ein Königreich, das der Basoga. Ihr König nennt sich Kybazinga. In dieser Region hat die Mitgift, wie im restlichen Teil des Landes, einen hohen Stellenwert. Sie wird häufig in Form von Schafen, Kühen und Ziegen gezahlt. Die Höhe wird zwischen den zukünftigen Schwiegereltern vereinbart. In diesem Teil des Landes gibt es eine Vielzahl von Tänzen, die für verschiedene Festlichkeiten bestimmt sind. Es gibt zum Beispiel Tänze zur Feier von Zwillingsgeburten oder einen Tanz zur Kommunikation mit dem Überirdischen. Ein traditionelles Gericht im Osten ist Kamaleewa, weiche Bambussprossen, die eine Delikatesse der Bagisu sind. Diese Sprossen werden nach der Ernte zunächst ausgekocht, später dann sonnengetrocknet und im Anschluss zubereitet.

Norden

Im Norden leben viele verschiedene Stämme, unter anderem Acholi, Langi, Alur, Kakwa und Lugbara. Im Norden der Region leben die Acholi und die Langi, in der westlichen Nil-Region die Alur, Lugbara und Madi. Die Acholi und die Langi sind Ackerbauern. Ein traditionelles Essen ist Akaro, eine Kombination aus Hirse, Sorghum und Kassava. Ein weiteres traditionelles Gericht ist Malakwang, ein etwas saurer Erdnussbrei, der meist mit Süßkartoffeln gereicht wird.

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Westen

In der westlichen Region leben unter anderem Bakonjo/Bamba, Batooro, Banyoro, Banyankole, Bakiga, Bafumbira und Bachwezi. Am bekanntesten sind aber die Ankole. Ihre braunen Rinder mit den sehr langen Hörnern, tragen den gleichen Namen und sind weltweit bekannt. Die Ankole sind sehr stolz auf diese Tiere, die traditionell nicht geschlachtet sondern nur gemolken werden. Ihr König war traditionell nicht nur Herrscher und Eigentümer aller Rinder, sondern auch über alle Frauen. Da schlanke Frauen als kraftlos galten, wurden diese, wenn sie das Interesse des Königs geweckt hatten, mit fetter Milch gemästet.

Ein traditionelles Gericht der Region ist Eshabwe, das wird von den Banyankole gegessen. Es besteht aus Butterschmalz, abgeschöpft von Milch, das gemeinsam mit Akaro, also Hirsebrei gegessen wird.

Ndere Centre

Das Ndere Centre befindet sich in der Hauptstadt Kampala. In über 40 originalgetreuen ugandischen Tänzen und Liedern werden die unterschiedlichen Ethnien und Ugandas traditionelle Königreiche vorgestellt. Ein Moderator führt komödiantisch durch die Show, gibt Hintergrundwissen und unterhält sein Publikum mit lustigen Anekdoten aus dem Alltag der Ugander. Mit ihrer Arbeit möchte die Gruppe die Traditionen des Landes bewahren. Die Vorstellungen finden immer mittwochs, freitags und sonntags statt.

Weitere Informationen finden Sie hier:

www.ndere.com

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Batwa Trail

Die Batwa sind ein Pygmäen Stamm und waren einst Jäger, Sammler und Krieger. Sie lebten im dichten Regenwald am Fuße der Virunga Vulkane, der heute durch den Mgahinga und den Bwindi Nationalpark geschützt wird. Heute zeigen Mitglieder des Volks interessierten Besuchern, während einer geführten Tour entlang des Batwa Trail im Mgahinga Nationalpark, ihre ursprüngliche Lebensweise. Sie demonstrieren unter anderem Jagdtechniken, zeigen, wie Bambusbecher hergestellt werden, wie Feuer gemacht wird und erklären den Besuchern die Nutzung von Heilpflanzen. Zum Schluss der Tour werden die Besucher in die heilige Ngarama Höhle, in der einmal der Batwa König lebte, eingeladen. Dort verabschieden die Frauen des Volkes die Gäste mit einem zeremoniellen Lied. Es sind sowohl Halb- als auch Ganztagestouren möglich. Weitere Informationen sind hier zu finden:

www.ugandawildlife.org